Hybridrangierlokomotiven im Praxistest


Der Bayerische Innen- und Verkehrsstaatssekretär, Gerhard Eck und Hilmar Laug, Geschäftsleiter DB Regio Franken, stellten in Würzburg die erste der insgesamt fünf neuen Hybrid-Rangierlokomotiven der DB Regio Franken vor.

 

In den nächsten acht Jahren soll die technische und wirtschaftliche Serienreife von Hybrid-Rangierlokomotiven im täglichen Einsatz nachgewiesen werden. Getestet werden unter anderem die Betriebstauglichkeit der Hybridtechnologie sowie die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs, der Schadstoff- und Geräuschemissionen sowie des Instandhaltungsaufwands. „Nachdem wir bei Regio Franken seit Jahren die modernste Rangierlokflotte konventioneller Technik der DB AG in Personenbahnhöfen im Einsatz haben, ist dieser Schritt zur Hybridtraktion als ein weiterer Meilenstein hin zu ökologischen und umweltschonenden Schienenfahrzeugen nur logisch“, betonte Hilmar Laug, Geschäftsleiter Produktion von Regio Franken.
Der Einsatz erfolgt im Rahmen eines Förderprojektes des Freistaates Bayern zum Thema „Energiewende Bayern“ mit der Schaffung einer „Modellregion Franken für Hybrid-Rangierloks“ als Leuchtturmprojekt im Cluster Bahntechnik des Freistaates Bayern. Gefördert wird das 10 Millionen Euro Projekt bei DB Regio Franken vom Freistaat Bayern mit rund 675.000 Euro und von der DB AG mit rund 1.670.000 Euro.
„Rund ein Drittel des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in Bayern entfallen auf den Verkehrsbereich“, erläuterte Bayerns Innen- und Verkehrsstaatsekretär Gerhard Eck. „Daher brauchen wir Innovationen wie die von der Firma ALSTOM neu entwickelte H3-Rangierlokomotive mit Hybridantrieb. Diese Projekt ist in seiner Art und Weise im Eisenbahnbetrieb einzigartig und wird vom Freistaat im Rahmen der „Modellregion Franken für innovative Antriebstechnologien“ mit 675.000 Euro gefördert“, so Eck weiter.
Mit der Vertragsunterzeichnung aller Partner im August 2013 wurde das im Herbst 2011 gestartete Projekt „Hybrid-Rangierloks für DB Regio Franken“ vereinbart. Am vergangenen Freitag erhielten die am Projekt beteiligten Unternehmen, ALSTOM Lokomotiven Service GmbH, DAL Structured Finance GmbH und DB Regio AG, Regio Franken durch Staatsminister Herrmann den CNA (Cluster for Transportation & Logistics Neuer Adler e.V.)-Sonderpreis 2015 für „herausragende unternehmerische Leistungen“ überreicht.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Fakultät Schienenfahrzeugtechnik der Technischen Hochschule Nürnberg.

Hybridtechnologie der Rangierlokomotiven

Die 700 kW starken H3-Lokomotiven basieren auf einer dreiachsigen Fahrzeugplattform mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Sie erhalten im Normalbetrieb die Energie abgasfrei und geräuscharm aus einem Batteriesatz. Über ein kleines Dieselaggregat mit Generator wird die Energie erzeugt. Nur wenn die Batterieleistung zum Bewegen der Fahrzeuge nicht mehr ausreicht, schaltet sich dieser Dieselgenerator selbständig zu, um die Batterien nachzuladen bzw. mehr Leistung an die Antriebe zu geben. Durch den Einsatz der Hybrid-Rangierlokomotiven wird der Kraftstoffverbrauch gegenüber konventionellen Rangierlokomotiven um bis zu 50 % reduziert. Weiterhin wird der Schadstoffausstoß um bis zu 70 % gesenkt. Da die Hybridloks in unterschiedlichen Betriebszuständen, überwiegend im reinen Batteriemodus, bewegt werden, ermöglicht dies zukünftig einen geräuschlosen und abgasfreien Nullemissionsbetrieb in sensiblen Bereichen, wie zum Beispiel in innerstädtischen Bahnhöfen wie in Würzburg und Nürnberg oder in Instandhaltungswerkstätten. Der Einsatz der Hybridtechnik bedeutet vor allem für Anwohner, Fahrgäste an den Bahnsteigen und die Mitarbeiter sowie insgesamt für die Umwelt viel weniger Lärm und Luftschadstoffe Belastungen.