Netz West - Hintergründe Ersatzkonzept

Mit dem Betreiberwechsel von NOB auf DB im Dezember 2016 war auch die Übernahme der Marschbahnwagen durch die NAH.SH vertraglich zugesagt.

Im Oktober 2016 ist bei einem Marschbahnwagen ein Kupplungsbruch aufgetreten, im November 2016 wurden alle 90 Reisezugwagen (sog. Marschbahnwagen) aufgrund von Sicherheitsmängeln stillgelegt. Der DB standen somit keinerlei Reisezugwagen für den Verkehr zwischen Hamburg-Altona und Westerland (Sylt) zur Verfügung.

Um einen geregelten Verkehr zu gewährleisten, hat die DB Regio mittlerweile über 100 Wagen älterer Bauart aus dem gesamten Bundesgebiet angemietet und fährt mit diesen Ersatzfahrzeugen den regulären Fahrplan. Dadurch können wesentlich mehr Züge und mehr Kapazität als im NOB-Ersatzkonzept angeboten werden. Geeignete Reisezugwagen moderner Bauart sind auf dem Markt leider nicht verfügbar.

Wie lange fährt die DB Regio noch im Ersatzkonzept?

Anfang April hat der mit der Untersuchung der Kupplungsschäden beauftragte Gutachter von TÜV Süd Rail jetzt eine Bewertung zum möglichen Wiedereinsatz der ersten Marschbahnwagen und eine erste Einschätzung zur Schadensursache vorgelegt.
Geprüfte Kupplungen, die keine Risse haben, können demnach vorübergehend wieder eingesetzt werden. Mehrere Marschbahnzüge haben daher den Betrieb wieder aufnehmen können. Sie lösen die ersten Altfahrzeuge des Ersatzkonzeptes ab. Mittelfristig werden in einem Austauschverfahren weitere Wagen eingesetzt.
Grundsätzlich fahren wir jedoch solange mit Ersatzmaterial, bis alle Fahrzeuge wieder sicher einsatzfähig sind.

Ihre Sicherheit geht für uns vor!

Warum kommt es trotzdem zu Zugausfällen?

Grundsätzlich können Ausfälle und Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr leider immer auftreten. Auslöser sind u.a. Störungen an der Infrastruktur (z.B. Weichen, Bahnübergänge), Fahrzeugstörungen, Baumaßnahmen oder gar Unfälle.

Zum aktuellen Zeitpunkt betreiben wir die Strecke Hamburg-Altona bis nach Westerland (Sylt) jedoch mit der im Fahrplan vorgesehenen Zuganzahl und verfügen über keine ausgeprägten Verspätungen und Ausfälle.

Aufgrund des Ersatzkonzeptes und der vielen, unterschiedlichen angemieteten Wagen sind Fahrzeugstörungen leider nicht ganz ausgeschlossen. Die diversen verschiedenen Fahrzeugtypen sind nicht immer untereinander kompatibel, sodass die Zugbildung ist daher sehr aufwändig. Zudem sind die älteren Fahrzeuge sehr störanfällig, wodurch auch mehr disponiert und rangiert werden muss. Durch Störungen an den Wagen kann es auch zu kürzeren Zügen kommen. Primäres Ziel ist es, in der Hauptverkehrszeit die maximale Kapazität anzubieten. Komforteinbußen sind allerdings nicht zu vermeiden.