Erster Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030

"Licht und Schatten" - so das Fazit des Kundenbeirats zum ersten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030, der im Frühjahr vom Bundesverkehrsministerium veröffentlicht wurde.

[16.06.2016] Der Kundenbeirat begrüßt in seiner Stellungnahme gegenüber dem Bundesverkehrsministerium die Aufnahme der Elektrifizierung von Markt Schwaben bis Freilassing bzw. Burghausen sowie des zweigleisigen Ausbaus zwischen Markt Schwaben und Ampfing in den vordringlichen Bedarf. "Damit hat dieses für uns Fahrgäste so wichtige Projekt eine echte Chance auf Realisierung" zeigt sich Wilhelm Mack, Sprecher des Kundenbeirats, erfreut.

"Wer täglich auf der Strecke unterwegs ist," so Mack weiter, "weiß allerdings nur zu gut, dass schon heute mindestens die Hälfte aller Zugverspätungen zwischen München-Riem und Markt Schwaben eingefahren wird, weil zum Regional- und Güterverkehr noch ein dichter S-Bahn-Takt kommt und sich die Züge oftmals gegenseitig behindern. Hier handelt es sich um einen ausgeprägten Engpass, der dringend viergleisig ausgebaut werden muss.“

In diesem Zusammenhang moniert der Kundenbeirat auch, dass der Abschnitt Tüßling– Freilassing lediglich elektrifiziert werden soll, aber weder eine Geschwindigkeitserhöhung noch die Zweigleisigkeit vorgesehen ist.

Weiter fordert der Kundenbeirat die Verwirklichung der Walpertskirchener Spange, um die Verbindung zum Flughafen aus Richtung Mühldorf/Salzburg herzustellen.
Schließlich wird das Fehlen des Projekts Regensburg – Mühldorf – Rosenheim im Vordringlichen Bedarf als inkonsequent kritisiert. Einerseits soll der sog. Ostkorridor (Hof – Regensburg – Obertraubling) ausgebaut werden, andererseits bleibt aber völlig im Dunkeln, wie die zahlreichen zusätzlichen Güterzüge von Obertraubling aus weiter nach Süden Richtung Brenner bzw. Tauern/Adriahäfen vorankommen sollen. Der Knoten München und insbesondere die Zulaufstrecke von Freising nach München ist schon heute überlastet und für die Ostroute über Mühldorf (sei es Richtung Freilassing oder Rosenheim) fehlt im aktuellen Entwurf jede greifbare Ausbauperspektive. Mack abschließend: "So steuert man sehenden Auges ins Chaos. Hier muss dringend nachgebessert werden."

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