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Mia san mit'm Radl da – die Bike+Ride-Offensive der DB

Immer mehr Menschen kombinieren Fahrrad und S-Bahn auf ihrem täglichen Weg. Damit das einfacher wird, wurde die Bike+Ride-Offensive der Deutschen Bahn ins Leben gerufen. Ihr Ziel war es, zusätzliche Fahrradstellplätze an Bahnhöfen zu schaffen und das Umsteigen zwischen Rad und Bahn komfortabler zu gestalten. Besonders sichtbar wird das am Bahnhof Freising. Gemeinsam mit Marco, Projektmanager der Bike+Ride-Offensive, haben wir einen Blick auf aktuelle Projekte und zukünftige Entwicklungen geworfen.

Die Nachfrage steigt stetig – erst recht zum Radl-Frühjahr

„Der Bedarf nach Fahrradstellplätzen ist hoch“, so beschreibt Marco die aktuelle Parksituation für radlwillige S-Bahnfahrer:innen. Wohl jeder kennt das Hochgefühl, wenn er oder sie dem Wildparken entkommt und einen richtig guten Platz für den Drahtesel ergattert hat. Zudem haben der Fahrrad-Boom und das gestiegene Interesse am Radfahren die Nachfrage nach Stellplätzen weiter erhöht. Welch ein Glück, dass das Bundesumweltministerium flexible Mobilität immer stärker in den Fokus setzt und somit auch die Bike+Ride-Offensive bei der Deutschen Bahn ermöglicht. In deren Team sitzen erfahrene Expert:innen, die die Kommunen bei der Errichtung optimaler Abstellanlagen unterstützen und beraten.

Planung von Abstellanlagen: keine leichte Aufgabe

Das Errichten von Fahrradstellplätzen ist in der Praxis eine recht komplizierte Angelegenheit. „Am besten ist natürlich, wenn der Parkplatz nicht mehr als eine Fahrradlänge entfernt ist.“ Denn die wohl wichtigste Erfahrung von Projektleiter Marco: „Man kennt es ja von sich selbst. Wer mit dem Rad ankommt, will dann nicht noch einen weiten Fußmarsch vom Parkplatz zum Zielort anschließen. So wird auch die schönste Parkanlage kaum genutzt, wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe der Eingänge und Hauptwege ist.“ Bei der Planung muss zudem das subjektive Sicherheitsempfinden der Nutzer:innen berücksichtigt werden, was bedeutet, dass die Anlage gut beleuchtet und einsehbar sein muss – wodurch auch der Diebstahlschutz  gefördert wird. Weitere Herausforderungen bei der Planung sind Flucht- und Rettungswege, die frei gelassen werden müssen. Und eine bestimmte Hürde kennen auch alle Heimwerker:innen: Die Flächen müssen mit Technik ausgestattet werden, wie etwa Stromleitungen. Diese unterliegen wiederum bestimmten Auflagen, sodass nicht überall gebohrt und verlegt werden kann. Manchmal muss man das Thema bei der ein oder anderen Kommune auch erstmal verankern und der Nutzen von Radl-Stellplätzen erklären: „Autoparkplätze spülen natürlich im Gegensatz zu Fahrradstellplätzen Geld in die Kassen der Kommunen.“ Daher gebe es nicht überall schnelle und einfache Lösungen für die Stellplätze, sagt Marco. Aber für das Finden von guten Lösungen gibt es ja das Team der Bike+Ride-Offensive.

Zukunftsmusik zum Mitmachen – zum Beispiel in Freising

Mit vielen Münchner S-Bahnhöfen stecken Marco und sein Team momentan mitten in Planungen und Abstimmungen. Wie es bis Ende 2022 vielerorts ungefähr aussehen wird, kann beispielsweise schon an den S-Bahnhöfen Freising und Ismaning begutachtet werden. Denn hier hat das Team um Marco mit den Kommunen schon ganze Arbeit geleistet. Durchschnittlich werden in einem einzelnen Projekt etwa 100 Stellplätze errichtet. In Ismaning sind es 140 Plätze in einer sogenannten „Reihenbügelanlage“ geworden. Nun können die Räder deutlich stabiler abgestellt und besser gesichert werden. Fahrradständer, in denen die Räder gerne mal nach dem Domino-Prinzip von anderen Rädern umgestürzt werden, gehören hier mittlerweile der Vergangenheit an.

Mehr Platz fürs Rad und Kilometer sammeln

Und auch am Bahnhof Freising ist seit dem letzten Sommer der Weg frei für eine komfortable Kombination aus Fahrrad und S-Bahn. In dem bis heute größten durchgeführten Projekt der B+R-Offensive wurde mit 850 Stellplätzen die bisherige Kapazität verdoppelt. Flächensparend wurden Doppelstockparkplätze eingesetzt, die größtenteils überdacht sind. Zudem können Pendler:innen und Freisinger:innen mit einem Prämiensystem Prämien sammeln. Mit der kostenlosen DB Rad+ App gibt es nämlich für jeden gefahrenen Kilometer Punkte, die dann gegen Prämien am Bahnhof Freising und in der Stadt eingelöst werden können – ganz einfach per Bezahl-Funktion in der App selbst. Dieses flexible Mobilitätskonzept folgt übrigens auch bald in anderen bayrischen Städten.

Die Radl-Zukunft wird digital

Auch wenn zum Projektende 2022 viele Bahnhöfe mit zahlreichen neuen modernen Stellplätzen ausgestattet sind, wird die Verzahnung von Rad und S-Bahn weiterhin im Fokus stehen. "Denn die Verknüpfung verschiedener Mobilitätskonzepte bleibt auch künftig ein wichtiges Thema“, erklärt uns der Experte. Was können wir denn noch auf den Radl-Parkplätzen in Zukunft erwarten? „Wie im Fahrradland Holland, wo sie schon längst zum Stadtbild gehören, werden wir auch hier immer mehr platzsparende Doppelstockparker sehen.“ Und auch die Digitalisierung macht vor den Fahrradständern keinen Halt: „Es werden in Zukunft immer mehr Sammelschließanlagen errichtet.“ Das sind quasi überdachte Schließfächer für Räder. Diese kann man online buchen und auch der Zugang funktioniert über digitale Lösungen, wie einen Zugangscode, erklärt uns Projektleiter Marco. Damit kann man dann auch das teure Rennrad oder E-Bike als S-Bahn Zubringer nutzen. So können Radfahrende ihr Fahrrad künftig noch komfortabler und sicherer am Bahnhof abstellen. Mit zusätzlichen Stellplätzen, digitalen Angeboten und neuen Serviceideen entwickelt sich die Kombination aus Fahrrad und S-Bahn kontinuierlich weiter. Wir spüren den Fahrtwind schon um die Nase wehen – Radl-Sommer, du kannst kommen!

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